PM: Attacke auf Unterkunft für Aussiedler – Polizei verschweigt Hinweise auf rassistische Motive

Laut einer Pressemitteilung der Polizei Duisburg zündeten Unbekannte in der Nacht vom Freitag, 25.10. auf Samstag, 26.10. im Treppenhaus eines Wohnhauses eine Nebelkerze. Der Pressemitteilung der Polizei ließ sich nicht entnehmen, dass es sich bei dem betroffenen Wohnhaus an der Kaiserswerther Straße um ein Wohnheim für AsylbewerberInnen, Geflüchtete und Spätaus­siedlerInnen handelt.

In unmittelbarer Umgebung des Wohnheims findet sich Propaganda der Neonazi-Szene, wie z.B. Aufkleber und Graffitis der NPD und des „Nationalen Widerstands Duisburg“. In der Nachbarschaft wohnt mindestens ein bekannter Aktivist der örtlichen Neonazi-Szene.

Auch beim Kellerbrand in einem von Roma bewohnten Haus in Duisburg-Hochheide gibt es keine neuen polizeilichen Ermittlungsergebnisse.

Anne Lees, Sprecherin des Bündnisses „Erinnern heißt handeln“ kritisiert: „Es ist unfassbar, wie unsensibel die Polizei mit solchen Vorfällen umgeht. Die Situation in Duisburg ist unerträglich. Viele Menschen, die von Rassismus betroffen sind, seien es nun Roma oder Geflüchtete aus Syrien, können schon längst nicht mehr ruhig schlafen. Die Rechtspopulisten von Pro NRW und organisierte Duisburger Neonazis proben gerade den aktiven Schulterschluss mit rechten AnwohnerInnen-Initiativen, die Stadtpolitik schaut zu. Wir wissen, wie lebensgefährlich dieser Mix aus geistiger Brandstiftung und rassistischem Mob werden kann. Deswegen rufen wir zum Handeln auf.